Texte

Christa ist auch weiterhin von Beugehaft bedroht!

Christa braucht wei­terhin jede Un­ter­stüt­zung, denn im Mo­ment gibt es nur eine Atem­pause, aber noch kein Au­fatmen!

Das Ober­lan­de­ge­richt Stutt­gart hat auf­grund der Pro­teste und des le­bens­be­droh­li­chen Ge­sund­heits­zu­stands von Christa die La­dung zum Beu­ge­haft­an­tritt vor­erst aus­ge­setzt bis der Bun­des­ge­richtshof über die Be­schwerde ent­schieden hat. Diese Ent­schei­dung steht noch aus. Bei einem Ge­fäng­nis­auf­ent­halt ist eine Fort­set­zung der le­bens­er­hal­tenden The­rapie nicht mehr mög­lich.

Das ist ja alles gar nicht so schlimm

Flyer über Neo­na­zist­ruk­turen im Saar­land, eine kleine Chro­no­logie rechter An­schläge und Über­griffe und den saar­län­di­schen Ver­fas­sungs­schutz, der gerne links zu­haut, wäh­rend er rechts weg­schaut.

Mehr als 13 Jahre lang konnten 3 Neo­nazis aus Zwickau völlig un­be­hel­ligt mor­dend durch die Lande ziehen. Die Ge­walt­be­reit­schaft der deut­schen Neo­na­zis­zene wurde von of­fi­zi­ellen Stellen immer wieder her­un­ter­ge­spielt und jahr­zehn­te­lang konnten diese Leute ihre men­schen­ver­ach­tende Ideo­logie in aller Ruhe ver­breiten. Auf ihr Konto gehen, laut Er­mitt­lungs­er­geb­nissen, 10 Morde. Davon 9 an tür­kisch- und grie­chisch­stäm­migen Per­sonen und einer Po­li­zistin, deren Kol­lege eben­falls schwer ver­letzt wurde. Auch sind et­liche An­schläge und dut­zende wei­tere men­schen­ver­ach­tende Ak­tionen auf das Trio zu­rück­zu­führen.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste!

„Frei­heit für alle po­li­ti­schen Ge­fan­genen!“ ist eine oft ge­hörte Pa­role, vor allem in linken Zu­sam­men­hängen. Da diese durchaus le­gi­time und un­ter­stüt­zens­werte For­de­rung je­doch an den Staat ge­richtet wird, ist und bleibt sie eine Af­fir­ma­tion und Re­pro­duk­tion der herr­schenden Ver­hält­nisse. Dass es aber um weit mehr gehen muss, also um die Ab­schaf­fung von Recht, Staat und Ka­pital, wollen wir mit fol­gendem Text er­läu­tern.

Von „Tier-KZ’s“ und einer befreiten Gesellschaft

Ge­rade in letzter Zeit stoßen wir häu­figer auf Be­zeich­nungen wie „Tier-KZ“ oder „Hühner-KZ“, vor allem im Zu­sam­men­hang mit einer (be­rech­tigten) Kritik an Fast­food-Ketten oder Mas­sen­tier­hal­tung. Wir waren nicht über­rascht, dass dieser Be­griff immer noch bzw. wieder ver­wendet wird, al­ler­dings hat uns dies auch als po­li­ti­sche Gruppe selbst be­troffen. Aber wir waren in der Tat über­rascht, welche Aus­maße diese Aus­ein­an­der­set­zung an­ge­nommen hat, wollen uns hierzu aber nicht weiter äu­ßern. Statt­dessen wollen wir den Raum für eine in­halt­liche Aus­ein­an­der­set­zung nutzen, und sehen fol­genden Text als Dis­kus­si­ons­bei­trag.

Eine Ant­wort auf den am 05.08. in der Ba­di­schen Zei­tung ver­öf­fent­lichten Ar­tikel „Wie viele Frei­räume braucht die Ge­sell­schaft?“ von Thomas Hauser.

„Wie viel Ego­ismus muss sich eine Ge­sell­schaft ge­fallen lassen?“ schrieb Herr Hauser zu Be­ginn seines Ar­ti­kels. Ja, das fragen wir uns auch… nur stellt sich uns die Frage, ob Sie, Herr Hauser, den Be­griff Ego­ismus richtig ver­standen haben.

Falls Sie sich einmal mit dem Wa­gen­platz­kol­lektiv Kom­mando Rhino ernst­haft aus­ein­an­der­ge­setzt hätten, würden Sie merken, dass die Le­bens­weisen, die Ziele und die Ak­ti­vi­täten der Wa­gen­burg­be­wohner_Innen kei­nes­wegs egois­tisch waren. Neben be­zahl­barem Le­bens­raum und al­ter­na­tiver Kultur ab­seits ka­pi­ta­lis­ti­scher Ver­wer­tungs­logik konnte im Kom­mando Rhino ein al­ter­na­tives Mi­tein­ander und eine po­li­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung, die mög­lichst alle (Be­wohner_Innen und Be­su­cher_Innen) mit ihren Stärken, Schwä­chen und Be­dürf­nissen wahr­nahm, er­probt werden. Davon hätte die Stadt Frei­burg pro­fi­tieren können… wollte sie aber nicht. Wieso auch? Es wi­der­spricht einer Ge­sell­schaft, die durch Kon­kur­renz, Leis­tungs- und Stei­ge­rungs­zwang ge­kenn­zeichnet ist, ernst ge­meinte Ex­pe­ri­mente, die Al­ter­na­tiven auf­zu­zeigen ver­su­chen, ein Be­wusst­sein für ein mög­li­cher­weise bes­seres Leben schaffen wollen und nicht auf ein Her­um­dok­tern am fal­schen Ganzen warten, zu ak­zep­tieren. Ja wieso nicht? Es lässt sich nicht öko­no­misch ver­werten.

Auch grüner Kapitalismus kann brennen!

Wäh­rend in London die Straßen brennen und Ju­gend­liche nach Paris und Athen ein wei­teres mal einer Ge­sell­schaft, die alles ver­spricht und wenig hält, einen Spiegel vor­halten, ver­folgen wir mit zu­neh­mender Ver­wun­de­rung die öf­fent­liche Dis­kus­sion um  Ge­walt nach der Wa­gen­platz­räu­mung von Kom­mando Rhino in Frei­burg. Nicht die Zer­stö­rung des Wa­gen­platzes steht im Mit­tel­punkt, son­dern ei­nige fried­lich vor sich hin­bren­nende Bau­ge­räte und Bar­ri­kaden auf der Straße.

...we call it Bezugsgruppe

Zweite Auf­lage un­seres Be­zugs­grup­pen­textes

Seit ei­nigen Jahren nimmt auch in Fre­i­burg die Rep­res­si­on und Po­­li­ze­i­ge­walt auf De­mons­tra­ti­onen und Ak­ti­onen merk­­lich zu. Vor allem un­an­ge­mel­dete De­mons­tra­tionen sehen sich zu oft einem über­di­men­sio­nalen, mar­tia­lisch auf­tre­tenden und ge­walt­tä­tigen Po­li­zei­auf­gebot ge­gen­über. Doch auch spon­tane Pro­teste be­kommen die Härte der Staats­ge­walt zu spüren. Sie reicht von will­kür­li­chen Per­so­na­li­en­fest­stel­lungen, Fest­nahmen bis hin zu stun­den­langen Kes­seln rund um die Auf­lö­sungs­punkte. Die so­ge­nannte Frei­burger Linie der „De­es­ka­la­tion und Be­frie­dung so­zialer Pro­teste“ wurde auf­ge­geben. Frei­burg ist schon längst in der „bit­teren Rea­li­tät“ an­ge­kommen.

„Wer eine friedliche Revolution unmöglich macht,…“

Po­si­ti­ons­pa­pier der FAU Stutt­gart und des Li­ber­tären Bünd­nisses Lud­wigs­burg zu Stutt­gart 21

Das Groß­pro­jekt “Stutt­gart 21” spaltet die Men­schen in der schwä­bi­schen Re­gion und weit dar­über hinaus. Es sind die über­bor­denden Kosten, deren Fi­nan­zie­rung bis­lang un­ge­klärt sind. Es ist die Zer­stö­rung der “grünen Lunge” der Stadt und es ist der Filz aus Po­litik und Wirt­schaft, der die Men­schen em­pört und auf die Straße und zum zi­vilen Un­ge­horsam treibt. Zu den De­mons­tra­tionen ver­sam­meln sich mitt­ler­weile viele zehn­tau­send Men­schen aus den un­ter­schied­lichsten Schichten und Al­ters­gruppen, um ihren Pro­test gegen das Mil­li­arden- und Mit­be­stim­mungs­grab S21 kund zu tun. Doch was spaltet das Pro­jekt ei­gent­lich? Es spaltet nur in ge­ringem Maße die Be­völ­ke­rung. Es zeigt viel­mehr die Tren­nung zwi­schen den “ein­fa­chen” Men­schen und denen “da oben”. Be­ein­dru­ckend an den Pro­testen ist die Viel­fäl­tig­keit und Krea­ti­vität, das Durch­hal­te­ver­mögen und der hohe Mo­bi­li­sie­rungs­grad. Der bis­lang wei­test­ge­hend fried­liche Pro­test übt auf die Oberen einen immer größer wer­denden Druck aus und wir un­ter­stützen und be­tei­ligen uns an diesen fried­li­chen Pro­testen. Die her­bei­fan­ta­sierten “Chaoten” gab es nur in den Hirnen ei­niger ver­wirrter Bou­le­vard­schrei­ber­linge. Wir müssen auf­passen, dass durch eben solche Be­richte der Wi­der­stand gegen die S21-Ver­bre­cher nicht ge­spalten wird.
Al­ler­dings steht für uns fest, dass der Wi­der­stand gegen S21 noch nicht seinen Hö­he­punkt er­reicht hat.

Gründungserklärung des Anarchistischen Netzwerks Südwest*

Am 28. Au­gust haben wir im Rahmen einer Soli-Cock­tailbar in Mann­heim die Grün­dung des An­ar­chis­ti­schen Netz­werks Süd­west* ge­feiert. Zeit­gleich ist un­sere Web­site ver­öf­fent­licht worden. Wir do­ku­men­tieren an dieser Stelle un­sere Grün­­dungs­­er­­klä­rung.

Solidarität mit „epsilon“!

Hiermit er­klären wir uns mit der Be­set­zung des ehe­ma­ligen „Z“ in Frei­burg und der da­durch ent­stan­denen „Ini­tia­tive ep­silon“ so­li­da­risch.

In der Nacht auf den 29. Juli 2010 be­setzten etwa 25 Men­schen das ehe­ma­lige kom­mer­zi­elle Ju­gend­zen­trum „Z“, mit dem Ziel, ein selbst­ver­wal­tetes und un­kom­mer­zi­elles Ju­gend­zen­trum auf­zu­bauen. Wäh­rend der kurz­zei­tigen Be­set­zung wurden die weit­läu­figen Räum­lich­keiten der ehe­ma­ligen Un­ter­füh­rung größ­ten­teils von Müll be­freit und ge­säu­bert.

Der Ver­such, Ge­spräche mit Ver­treter_innen der Stadt zu führen, schei­terte. An­statt auf die Be­dürf­nisse und In­ter­essen der Ju­gend­li­chen ein­zu­gehen, wurde nur der Il­le­ga­lität der Ak­tion Auf­merk­sam­keit ge­schenkt. Wäh­rend des Ge­sprächs wurde ein Ul­ti­matum von ein­ein­halb Stunden ge­stellt, an­dern­falls würde po­li­zei­lich ge­räumt werden. Nach Ab­lauf der Frist wurde das „Z“ fried­lich ver­lassen. Die Po­lizei hatte sich zwi­schen­zeit­lich schon ge­waltsam Zu­tritt durch einen Hin­ter­ein­gang ver­schafft.