Das ist ja alles gar nicht so schlimm
Flyer über Neonazistrukturen im Saarland, eine kleine Chronologie rechter Anschläge und Übergriffe und den saarländischen Verfassungsschutz, der gerne links zuhaut, während er rechts wegschaut.
Mehr als 13 Jahre lang konnten 3 Neonazis aus Zwickau völlig unbehelligt mordend durch die Lande ziehen. Die Gewaltbereitschaft der deutschen Neonaziszene wurde von offiziellen Stellen immer wieder heruntergespielt und jahrzehntelang konnten diese Leute ihre menschenverachtende Ideologie in aller Ruhe verbreiten. Auf ihr Konto gehen, laut Ermittlungsergebnissen, 10 Morde. Davon 9 an türkisch- und griechischstämmigen Personen und einer Polizistin, deren Kollege ebenfalls schwer verletzt wurde. Auch sind etliche Anschläge und dutzende weitere menschenverachtende Aktionen auf das Trio zurückzuführen.
Saarbrücken: Burschenschaft ins 'rechte' Licht gerückt
Veröffentlichte Protokolle der Burschenschaft “Ghibellinia Prag zu Saarbrücken” zeigen unverhohlenen Rassismus | Prominente Fürsprecher_innen aus Politik, Bildung und Wirtschaft distanzieren sich
Im Mai vergangenen Jahres sah es für die Burschenschaft “Ghibellinia zu Prag” in Saarbrücken noch rosig aus. Man beging das 130-jährige Jubiläum im festlich dekorierten, großen Saal des Saarbrücker Schlosses. Hochrangige Vertreter aus Politik, Bildung und Wirtschaft ergingen sich in blumigsten Reden über die Verdienste und Errungenschaften der Verbindung.
Der Präsident der Universität des Saarlandes, Volker Linneweber etwa, attestierte den Ghibellinen eine “Vorreiter[rolle] [in] der künftigen akademischen Ausbildung”. Auch der, nun ehemalige Ministerpräsident des Saarlandes und zukünftige Richter am Bundesverfassungsgericht, Peter Müller dankte in einem Grußwort für das “Engagement zur Wahrung gesellschaftlicher, demokratischer und freiheitlicher Werte” der Burschenschaftler.
Saarbrücken: 10. Todestag von Carlo Giuliani
Polizeischikane und 13 Festnahmen bei spontanem Demonstrationszug durch die Innenstadt
Am Mittwoch Abend, den 20. Juli 2011, zog eine unangemeldete Demonstration durch die Saarbrücker Innenstadt. Anlass der Demonstrant_innen war der 10. Todestag des italienischen Aktivisten Carlo Giuliani. Dieser wurde während der schweren Auseinandersetzungen, rund um den G8 Gipfel 2001 in Genua von einem Carabinieri ermordet.
Kurz nach 18.00 Uhr startete die, etwa 30 Personen große, Spontandemo mit einer Runde durch das Nauwieser Viertel. Neben Parolen (Carlo Giuliani – das war Mord; Carlos Blut auf dem Asphalt – die Bullen ham' ihn abgeknallt etc.) sorgte ein Transparent und massenhaft am Rand des Zuges verteilte Flyer für die nötige Aufmerksamkeit und Information der Passant_innen.
Frankreich: Nazikonzert in Rohrbach-lès-Bitche (Lothringen)
Mitteilung der Antifa Saar / Projekt AK zum Nazikonzert in der Grenzregion mit ca. 2500 Besucher_innen
Am Samstag, den 09. Juli 2011 fand in einer Sporthalle im französischen Rohrbach (Lothringen) ein Neonazikonzert mit circa 2.500 Besuchern statt, die vor allem aus der Bundesrepublik Deutschland und dem angrenzenden Ausland angereist waren. Auf diesem Konzert, welches bereits seit mehreren Monaten öffentlich in zahlreichen neonazistischen Webseiten und Foren beworben wurde, spielten die in Neonazikreisen sehr beliebten Bands „Bound for Glory“ (USA), „Division Germania“ (Mönchengladbach), „Brutal Attack“ (UK), „Frakass“ (Lyon / Frankreich) sowie „Jungsturm“ (Saarland).
Saarbrücken / Trier: Annahme verweigert!
Vortrag mit anschließender Diskussion zur Extremismusklausel mit Steffen Richter (AKuBiZ e.V. Pirna)
Seit Beginn des Jahres 2011 sind alle Bundesprogramme zur Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen im Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ zusammengefasst.
Damit Organisationen, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren, weiterhin Geld vom Bund erhalten sind sie nach der Satzung dieses Programms dazu verpflichtet, eine sogenannte „Demokratieerklärung“ zu unterzeichnen. So unproblematisch, wie der Begriff vielleicht klingen mag, ist er jedoch bei Weitem nicht. Die unterzeichnenden Organisationen garantieren nicht nur ihre Treue zum Grundgesetz, sondern gleichzeitig auch die Verfassungstreue ihrer Partner. Im Zweifelsfall sollen diese ihre Partnerorganisationen durch das Bundesamt für Verfassungsschutz auf ihre Treue zum Grundgesetz überprüfen lassen.
Saarbrücken: AntiRa-Woche vom 9. - 14. Mai
Von Lampedusa bis Lebach - Aktionswoche gegen Rassismus, Abschiebung und europäische Asylpolitik
Das selbstverwaltete Philosophencafé an der Universität des Saarlandes zeigt eine Woche lang die Ausstellung "Innenansichten - Bilder aus der Abschiebehaft Ingelheim". Daneben findet ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Filmvorführungen statt. Abgeschlossen wird die Woche mit einer Soliparty und einer Demonstration für die sofortige Schließung aller Abschiebelager.
Saarbrücken: Anhörung im saarländischen Landtag
Anhörung der Antifa Saar / Projekt AK im saarländischen Landtag
Am Montag, dem 18. April 2010 fand im saarländischen Landtag auf Einladung des Vorsitzenden des Innenausschuss Lothar Schnitzer (MdL, dieLinke) eine öffentliche Anhörung der Antifa Saar / Projekt AK zur Thematik „Private Sicherheitsdienste und deren Verstrickungen mit der Neonazi-Szene im Saarland“ statt.
Zu dieser Veranstaltung an einem für die saarländische Antifa doch eher ungewohnten Ort kam es aufgrund verschiedener Ereignisse des letzten Jahres.
Im August 2010 deckte sie den Einsatz von bekannten Führungspersönlichkeiten der regionalen neonazistischen Szene im privaten Sicherheitsdienst auf und stieß damit auf ein breites Medienecho. So wurden unter anderem bei Veranstaltungen wie dem Musikfestival „Rocko del Schlacko“, dem „Bruch-Fest“ und dem Saarbrücker Altstadtfest Neonazis mit dem Schutz der Besucher_innen beauftragt.
Aufruf zur Solidaritätskundgebung mit den arabischen Revolten!
Seit Monaten breiten sich in den Ländern der arabischen Welt die Aufstände gegen repressive Regime wie ein Lauffeuer aus und stürzen, wo sie nicht, wie in Libyen oder im Iran, blutig niedergeschlagen werden, reihenweise ihre Regierungen nach jahrzehntelanger Unterdrückung.
Die Menschen dort kämpfen für Rechte und Freiheiten, wie wir sie schon lange haben. Sie treten ein für Demokratie, Meinungs- und Redefreiheit und bessere Lebensbedingungen. Sie setzen sogar ihr Leben aufs Spiel um jene Rechte zu erreichen, die in der westlichen Welt seit der Aufklärung als selbstverständlich gelten. Gegen Perspektivlosigkeit, Unterdrückung und Massenarbeitslosigkeit selbst in gebildeten Schichten, reißen seit Mitte letztens Jahres die Proteste nicht mehr ab.