Für eine Gesellschaft ohne Knäste!
„Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ ist eine oft gehörte Parole, vor allem in linken Zusammenhängen. Da diese durchaus legitime und unterstützenswerte Forderung jedoch an den Staat gerichtet wird, ist und bleibt sie eine Affirmation und Reproduktion der herrschenden Verhältnisse. Dass es aber um weit mehr gehen muss, also um die Abschaffung von Recht, Staat und Kapital, wollen wir mit folgendem Text erläutern.
Von „Tier-KZ’s“ und einer befreiten Gesellschaft
Gerade in letzter Zeit stoßen wir häufiger auf Bezeichnungen wie „Tier-KZ“ oder „Hühner-KZ“, vor allem im Zusammenhang mit einer (berechtigten) Kritik an Fastfood-Ketten oder Massentierhaltung. Wir waren nicht überrascht, dass dieser Begriff immer noch bzw. wieder verwendet wird, allerdings hat uns dies auch als politische Gruppe selbst betroffen. Aber wir waren in der Tat überrascht, welche Ausmaße diese Auseinandersetzung angenommen hat, wollen uns hierzu aber nicht weiter äußern. Stattdessen wollen wir den Raum für eine inhaltliche Auseinandersetzung nutzen, und sehen folgenden Text als Diskussionsbeitrag.
Wandzeitung #8
Ab sofort an vielen Wänden in der Stadt, zum mitnehmen in der KTS, in der Gartenstraße 19 oder hier zum herunterladen und selbst ausdrucken.
Aufruf zur Vorabend-Demo gegen den Papstbesuch in Freiburg
Antisemitismus – Patriarchat – Kapitalismus – WHAT THE FUCK?! Für die befreite Gesellschaft!
Am 24. und 25. September 2011 kommt Joseph Ratzinger, besser bekannt als Papst Benedikt XVI, nach Freiburg. Wir nehmen dies zum Anlass, um unsere grundsätzliche Kritik an Religion, Kirche und den gesellschaftlichen Verhältnissen zu äußern.
Das Märchen von Adam und Eva
Denn seit Jahrhunderten propagiert die katholische Kirche eine zutiefst reaktionäre, wie restriktive Sexualmoral und stigmatisiert alle, die nicht ihrem konservativen sowie heterosexuellen Familienbild entsprechen, als Sünder_innen. Frauen werden – wenn es nach der katholischen Kirche geht – einzig auf willige Gebärmaschinen reduziert.
Jedoch sind diese patriarchalen Zustände nicht nur ein Symptom einer religiösen Gesellschaft und etwa durch einen säkularen Staat behebbar. Vielmehr beeinflussen sich gesellschaftliche Verhältnisse und Religion wechselseitig als Ideologie, welche fest in Form von Wertvorstellungen und Rollenzuschreibungen in dieser Gesellschaft verankert ist.
Auch grüner Kapitalismus kann brennen!
Während in London die Straßen brennen und Jugendliche nach Paris und Athen ein weiteres mal einer Gesellschaft, die alles verspricht und wenig hält, einen Spiegel vorhalten, verfolgen wir mit zunehmender Verwunderung die öffentliche Diskussion um Gewalt nach der Wagenplatzräumung von Kommando Rhino in Freiburg. Nicht die Zerstörung des Wagenplatzes steht im Mittelpunkt, sondern einige friedlich vor sich hinbrennende Baugeräte und Barrikaden auf der Straße.
Stadt für alle!
Gehört die Stadt wem?
Gentrifizierung, Mieterhöhungen, fehlender (bezahlbarer) Wohnraum, abgehängte Stadtviertel, Videoüberwachung – die Lebensbedingungen in den kapitalistischen Metropolen sind längst nicht mehr nur Themen linker Debatten und Kampagnen. Mittlerweile erheben Parteien und Initiativen aller politischen Spektren in Medien und Wahlkampfslogans den Anspruch darauf, die offensichtlichen Schwierigkeiten der gegenwärtigen Stadtentwicklung erstens erkannt zu haben und zweitens lösen zu können.
Warum die Grünen aber eher Teil des Problems als Teil der Lösung sind und Kampagnen „gegen Gentrifizierung“ meist zu kurz greifen, wollen wir im Folgenden verdeutlichen. Damit rufen wir euch dazu auf, euch an den vielfältigen Aktionen während der „Stadt selber machen!“-Tage vom 13.-17. Juli 2011 in Freiburg zu beteiligen und nicht nur dort die Antwort auf die Frage, wem denn nun die Stadt gehört, in Konfrontation zu städtischer Planung, kapitalistischer Verwertung und staatlicher Bevölkerungspolitik zu suchen.
Solidaritätserklärung zur drohenden Räumung des Wagenplatzes "Kommando Rhino" in Freiburg
Was ist los?
Seit nunmehr fast zwei Jahren hält das Wagenplatz-Kollektiv „Kommando Rhino“ in Freiburg das M1 Gelände am Eingang zum „Vorzeigestadtteil“ Vauban besetzt. Zum 31. Juli läuft nun die Frist der Stadt ab. Sofern die Wagenplätzler_innen das Gelände nicht freiwillig verlassen, droht die polizeiliche Räumung.
Die Besetzung erfolgte 2009 als konkreter Widerstand gegen die Bebauungspläne des Grundstücks einerseits und natürlich aus dem Bedürfnis nach kollektivem, selbstbestimmtem Leben in dieser Form, andererseits.
Modellstadtteil Vauban
Ersteres ist recht einfach erklärt, denn es handelt sich um eine klassische Geschichte innerhalb der kapitalistischen Wohnungs- und Stadtteilplanung. Das ehemalige Kasernengelände der französischen Streitkräfte stand, nach deren Abzug 1992, leer und erzeugte somit große Flächen potenziell nutzbares Bauland und, eng damit verbunden, potenzielle Investmentmöglichkeiten. Diese wurden schnell genutzt, ein Stadtteilverein („Forum Vauban“) entstand, mehrere Bebauungspläne wurden erstellt und 1998 wurde schließlich mit dem Bau der ersten Häuser innerhalb des Stadtteils begonnen.
...we call it Bezugsgruppe
Zweite Auflage unseres Bezugsgruppentextes
Seit einigen Jahren nimmt auch in Freiburg die Repression und Polizeigewalt auf Demonstrationen und Aktionen merklich zu. Vor allem unangemeldete Demonstrationen sehen sich zu oft einem überdimensionalen, martialisch auftretenden und gewalttätigen Polizeiaufgebot gegenüber. Doch auch spontane Proteste bekommen die Härte der Staatsgewalt zu spüren. Sie reicht von willkürlichen Personalienfeststellungen, Festnahmen bis hin zu stundenlangen Kesseln rund um die Auflösungspunkte. Die sogenannte Freiburger Linie der „Deeskalation und Befriedung sozialer Proteste“ wurde aufgegeben. Freiburg ist schon längst in der „bitteren Realität“ angekommen.
a-Netz-Soliparty
23.04. Einlass: 21 Uhr/ Beginn 22 Uhr
Vorläufiges Line-Up:
Bullenschweiß [D-Punk-Cover]
D'Onderhond (Belglien) [Folk / Punk / Showtunes]
Party & Activism (Heidelberg)
DJ Skaot [Ska, Polka, Vodka, Revolta]
DJ Freemerge (Freiburg) [Drum'n'Bass / Breakcore]
Lars Laser (Freiburg) [Breakcore / Jungle / Punk]
Wandzeitung #7
Ab sofort an vielen Wänden in der Stadt, zum mitnehmen in der KTS, in der Gartenstraße 19 oder hier zum herunterladen und selbst ausdrucken.