Anarchistisches Netzwerk Südwest*

Anarchistisches Netzwerk Südwest*



Wir als Gruppen des An­ar­chis­ti­schen Netz­werkes Süd­west* so­li­da­ri­sieren uns mit dem von Räu­mung be­drohten In­stitut für ver­glei­chende Ir­re­le­vanz. Das In­stitut für ver­glei­chende Ir­re­le­vanz (kurz IVI) wurde im Laufe der Stu­die­ren­den­pro­teste 2003 in Frank­furt am Main be­setzt und ist seitdem ein Ort an dem sich Kunst- und Kul­tur­schaf­fende, kri­ti­sche Wis­sen­schaftler*innen und po­li­ti­sche Gruppen be­tä­tigen können. Diese ver­schie­denen Zu­gänge der an dem Pro­jekt be­tei­ligten Gruppen und Ein­zel­per­sonen er­mög­li­chen einen regen Aus­tausch und eine um­fas­sende Be­schäf­ti­gung mit ge­sell­schafts­kri­ti­schen Themen. Zudem ist das IVI ein Raum, in dem es mög­lich ist, un­sere Vor­stel­lungen eines an­deren Zu­sam­men­le­bens schon im Hier und Jetzt aus­zu­pro­bieren und bei Be­darf weiter zu ent­wi­ckeln.



In vielen Län­dern der Welt wird der 1. Mai als „Tag der Ar­beit“ be­gangen: Volks­feste, Fahr­rad­touren und hoher Al­ko­hol­konsum be­stimmen das Bild. Nur we­nige nehmen an den ri­tua­li­sierten De­mons­tra­tionen der eta­blierten Ge­werk­schaften teil. Kaum je­mand kennt den kämp­fe­ri­schen Ur­sprung des 1. Mai als Kampftag der in­ter­na­tio­nalen Ar­beiter_in­nen­be­we­gung. Ein Blick zu­rück in die Ge­schichte bringt längst ver­ges­sene Ziele und Träume von Ar­beiter_innen ans Ta­ges­licht, die weit über heu­tige For­de­rungen, wie z.B. Lohn­er­hö­hungen, hin­aus­gingen…



Heute ist die Son­der­aus­gabe der Gǎi Dào (pdf), der Zei­tung des Fo­rums deutsch­spra­chiger An­ar­chist*innen (FdA) er­schienen. Darin führte die Re­dak­tion unter an­derem ein In­ter­view mit dem An­ar­chis­ti­schen Netz­werk Süd­west* zum ge­planten eu­ro­pa­weiten Ak­ti­onstag gegen den Ka­pi­ta­lismus und den ge­planten Pro­testen in Frank­furt am 31. März.

“Das ist schonmal ein wich­tiger Schritt”

In­ter­view mit dem An­ar­chis­ti­schen Netz­werk Süd­west*

In den re­gio­nalen Vor­be­rei­tungs- und Mo­bi­li­sie­rungs­bünd­nissen zum M31-Ak­ti­onstag in Frank­furt am Main sticht be­son­ders das An­ar­chis­ti­sche Netz­werk Süd­west* heraus. Ist es doch das ein­zige Bündnis, wel­ches un­ab­hängig und weit vor M31 ge­gründet wurde. Wir spra­chen mit Ver­treter*innen des Netz­werks über ihr En­ga­ge­ment im M31-Bündnis, ihre Er­war­tungen und na­tür­lich auch über das Netz­werk an sich.



Son­der­seite zur M31-Mo­bi­li­sie­rung aus dem Süd­westen*: m31.a-netz.org

Das An­ar­chis­ti­sche Netz­werk Süd­west* un­ter­stützt mit fol­gendem Aufruf die Mo­bi­li­sie­rungen zum eu­ro­pa­weiten Ak­ti­onstag gegen den Ka­pi­ta­lismus am 31. März 2012. An diesem Tag wird es in zahl­rei­chen Städten Eu­ropas Ak­tionen geben. Das M31-Bündnis wird von an­ti­au­to­ri­tären, an­ar­chis­ti­schen und ba­sis­de­mo­kra­ti­schen Gruppen ge­tragen. In der BRD soll es am 31. März einen zen­tralen Ak­ti­onstag in Frank­furt am Main geben.



Rund 250 Men­schen de­mons­trierten am 15.10.2011 unter dem Motto “Es ist keine Krise – Es ist das System” durch Karls­ruhe und for­derten statt­dessen “Gren­zen­lose So­li­da­rität statt ka­pi­ta­lis­ti­schem Über­le­bens­kampf”.



In der grie­chi­schen Be­völ­ke­rung wächst die Wut: De­mons­tra­tionen, Streiks, Be­set­zungen. Seit der An­kün­di­gung der Spar­maß­nahmen durch die grie­chi­sche Re­gie­rung und der EU traten zum wie­der­holten Male tau­sende Men­schen auf die Straße, um ihren Unmut dar­über kund zu tun.

Im Ge­gen­satz zu den Pro­testen 2008, die die Er­mor­dung des 15-jäh­rigen Alex­an­dros Gri­go­ro­poulos the­ma­ti­sierten, ist nun die Aus­wei­tung der Fi­nanz- und Staats­krise deut­lich zu er­kennen. Der Schwer­punkt der Teil­nehmer_innen an den Pro­testen setzt sich jetzt nicht mehr nur aus den pre­ka­ri­sierten und ein­kom­mens­schwa­chen Be­völ­ke­rungs­teilen Grie­chen­lands zu­sammen, son­dern breitet sich längst über alle ge­sell­schaft­li­chen Schichten aus. Al­lein in Athen und Thes­sa­lo­niki pro­tes­tierten rund 20.000 Men­schen im Zuge des 24-stün­digen Ge­ne­ral­streiks am 11. Mai diesen Jahres gegen die ge­plante Er­hö­hung der Ar­beits­zeiten, welche die Spar­maß­namen der Re­gie­rung vor­sehen. Drei Wo­chen später ver­sam­melten sich sogar 500.000 Men­schen im Athener Zen­trum, um sich gegen Kür­zungen bei Ge­halt und Rente zu wehren.



An­ti­se­mi­tismus – Pa­tri­ar­chat – Ka­pi­ta­lismus – WHAT THE FUCK?! Für die be­freite Ge­sell­schaft!

Am 24. und 25. Sep­tember 2011 kommt Jo­seph Rat­zinger, besser be­kannt als Papst Be­ne­dikt XVI, nach Frei­burg. Wir nehmen dies zum An­lass, um un­sere grund­sätz­liche Kritik an Re­li­gion, Kirche und den ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nissen zu äu­ßern.

Das Mär­chen von Adam und Eva

Denn seit Jahr­hun­derten pro­pa­giert die ka­tho­li­sche Kirche eine zu­tiefst re­ak­tio­näre, wie re­strik­tive Se­xual­moral und stig­ma­ti­siert alle, die nicht ihrem kon­ser­va­tiven sowie he­te­ro­se­xu­ellen Fa­mi­li­en­bild ent­spre­chen, als Sünder_innen. Frauen werden – wenn es nach der ka­tho­li­schen Kirche geht – einzig auf wil­lige Ge­bär­ma­schinen re­du­ziert.

Je­doch sind diese pa­tri­ar­chalen Zu­stände nicht nur ein Sym­ptom einer re­li­gi­ösen Ge­sell­schaft und etwa durch einen sä­ku­laren Staat be­hebbar. Viel­mehr be­ein­flussen sich ge­sell­schaft­liche Ver­hält­nisse und Re­li­gion wech­sel­seitig als Ideo­logie, welche fest in Form von Wert­vor­stel­lungen und Rol­len­zu­schrei­bungen in dieser Ge­sell­schaft ver­an­kert ist.



Eine Ant­wort auf den am 05.08. in der Ba­di­schen Zei­tung ver­öf­fent­lichten Ar­tikel „Wie viele Frei­räume braucht die Ge­sell­schaft?“ von Thomas Hauser.

„Wie viel Ego­ismus muss sich eine Ge­sell­schaft ge­fallen lassen?“ schrieb Herr Hauser zu Be­ginn seines Ar­ti­kels. Ja, das fragen wir uns auch… nur stellt sich uns die Frage, ob Sie, Herr Hauser, den Be­griff Ego­ismus richtig ver­standen haben.

Falls Sie sich einmal mit dem Wa­gen­platz­kol­lektiv Kom­mando Rhino ernst­haft aus­ein­an­der­ge­setzt hätten, würden Sie merken, dass die Le­bens­weisen, die Ziele und die Ak­ti­vi­täten der Wa­gen­burg­be­wohner_Innen kei­nes­wegs egois­tisch waren. Neben be­zahl­barem Le­bens­raum und al­ter­na­tiver Kultur ab­seits ka­pi­ta­lis­ti­scher Ver­wer­tungs­logik konnte im Kom­mando Rhino ein al­ter­na­tives Mi­tein­ander und eine po­li­ti­sche Ent­schei­dungs­fin­dung, die mög­lichst alle (Be­wohner_Innen und Be­su­cher_Innen) mit ihren Stärken, Schwä­chen und Be­dürf­nissen wahr­nahm, er­probt werden. Davon hätte die Stadt Frei­burg pro­fi­tieren können… wollte sie aber nicht. Wieso auch? Es wi­der­spricht einer Ge­sell­schaft, die durch Kon­kur­renz, Leis­tungs- und Stei­ge­rungs­zwang ge­kenn­zeichnet ist, ernst ge­meinte Ex­pe­ri­mente, die Al­ter­na­tiven auf­zu­zeigen ver­su­chen, ein Be­wusst­sein für ein mög­li­cher­weise bes­seres Leben schaffen wollen und nicht auf ein Her­um­dok­tern am fal­schen Ganzen warten, zu ak­zep­tieren. Ja wieso nicht? Es lässt sich nicht öko­no­misch ver­werten.



23.04. Ein­lass: 21 Uhr/ Be­ginn 22 Uhr

Vor­­läu­­figes Line-Up:

Bul­len­schweiß [D-Punk-Cover]

D'On­­der­hond (Bel­glien) [Folk / Punk / Show­tunes]

Party & Ac­ti­vism (Hei­­del­­berg)

DJ Skaot [Ska, Polka, Vodka, Re­volta]

DJ Free­­merge (Frei­­­burg) [Drum'n'Bass / Break­­core]

Lars Laser (Frei­burg) [Break­core / Jungle / Punk]



So wie der An­ar­chismus den Na­tio­nal­­staat und seine Grenzen als Werk­­zeuge der Herr­­schaft ab­lehnt, so ist auch die an­ar­chis­ti­­sche Be­we­­gung eine welt­weite und gren­­zen­lose. "Von Ja­­karta bis Jo­han­­nes­­burg - An­ar­chismus welt­weit" ist eine Sam­m­­lung von In­ter­views, die mit An­ar­chis­tInnen aus sechs Kon­ti­­nenten ge­­führt wurden, um einen Ein­blick in die ge­­gen­wär­tige an­ar­chis­ti­­sche Be­we­­gung zu bieten. Er­ör­tert werden die Ge­­schichten lo­­kaler Be­we­­gungen, die Ak­ti­vi­täten in un­ter­­schie­d­­li­chen po­­li­ti­­schen Kon­texten sowie die Hoff­­nungen, die sich an li­­ber­täre Ideen knüpfen.

Die Bei­­träge prä­­sen­tieren ein glo­­bales Netz­werk von An­ar­chis­tInnen, die auf der Basis ge­­mein­­samer Ideale spe­­zi­­fi­­sche Schwer­­punkte setzen, Tak­tiken ent­wi­­ckeln und Per­­spek­tiven for­mu­­lieren, je nach his­to­ri­­schen Vor­­aus­­set­­zungen und re­al­­po­­li­ti­­schen Ge­­ge­­ben­heiten. Das Buch fängt die Viel­falt und Vi­ta­­lität ein, welche die an­ar­chis­ti­­sche Be­we­­gung seit jeher aus­­zeichnen, und hofft damit, einen Bei­­trag zur Wei­ter­ent­wick­­lung an­ar­chis­ti­­scher Theorie und Praxis leisten zu können.

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